zwillinge

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Definition

Zwillinge (lat.: gemini) sind genau zwei Kinder einer Mutter, die innerhalb der gleichen Schwangerschaft herangewachsen sind und in der Regel im Verlauf des gleichen Geburtsvorganges zur Welt kommen Zwilling, älter auch zwiniling, gezwinele, ist eine Ableitung vom Zahlwort zwei und meint ursprünglich das, "was doppelt vorkommt", "wovon es ein zweites gibt".


Wie entstehen eigentlich Zwillinge?

Eineiige Zwillinge

Bei eineiigen Zwillingen teilt sich die Eizelle nach der Befruchtung innerhalb von 10 Tagen in zwei Keime. Neun Monate später kommen die doppelten Lottchen mit identischen Erbanlagen zur Welt. Teilt sich die Eizelle kurz nach der Befruchtung, hat jeder Zwilling einen eigenen Mutterkuchen und eine eigene Fruchthöhle. Erfolgt die Teilung hingegen erst vier bis sieben Tage nach der Befruchtung, dann teilen sich die Zwillinge die Plazenta. Manchmal kommt es dann zum sogenannten "fetofetalen Transfusionssyndrom": ein Zwilling nimmt dem anderen die Nahrung weg. Deshalb ist es wichtig, das Wachstum der Zwillinge per Ultraschall regelmäßig kontrollieren zu lassen. Zwillingspaare mit nur einer Fruchthöhle und einer Plazenta sind selten.

Identische Erbanlagen bedeuten allerdings nicht, dass sich die Zwillinge nicht voneinander unterscheiden. Fingerabdrücke, Leberflecke oder unterschiedlich geformte Ohrmuscheln weisen durchaus Unterschiede auf. Das Phänomen der Zwillingsgeburt tritt bei eintausend Geburten etwa vier Mal auf. So ist es kein Wunder, dass Zwillinge die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen auf sich ziehen.

Zweieiige Zwillinge

Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn gleichzeitig zwei Eizellen von zwei Samenzellen befruchtet werden. Sie können sogar aus einer Eizelle entstehen, die sich kurz vor der Empfängnis teilt. Jede Hälfte wird dann mit verschiedenen Samenzellen befruchtet. Die Erbanlagen der Mutter sind zwar identisch, die des Vaters aber unterschiedlich. Da eine Frau über mehrere Tage fruchtbar sein kann, können zweieiige Zwillinge sogar verschiedene Väter haben.

In manchen Familien werden zweieiige Zwillinge besonders häufig geboren, deshalb vermutet man, dass es dafür eine erbliche Anlage gibt. Dabei kommt es mehr auf die Familie der Frau an als auf die des Mannes. Zweieiige Zwillinge sehen sich meist nicht so ähnlich wie eineiige Zwillinge, manchmal hat man sogar Schwierigkeiten, überhaupt eine Ähnlichkeit zu entdecken.


Eineiig oder zweieiig?

Ob gleichgeschlechtliche Zwillinge eineiig oder zweieiig sind, lässt sich nicht immer gleich nach der Geburt durch die Untersuchung der Eihäute und des Mutterkuchens feststellen. Lagen die Kinder in einer Fruchtblase und wurden sie von einer Plazenta versorgt, handelt es sich zweifelsfrei um eineiige Zwillinge. Ist die Nachgeburt eineiiger Zwillinge (bei Teilung im Frühstadium der Keimentwicklung) aber ebenso aufgebaut wie die der zweieiigen, können erst spätere vergleichende medizinische Untersuchungen und Tests Aufschluss geben.


Zwillingsgeburt – Zufall oder Schicksal?

Je später eine Frau im Leben schwanger wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, Zwillinge zu bekommen (allerdings nur zweieiige). Der Grund hierfür ist, dass das follikelstimulierende Hormon FSH mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut funktioniert, so dass zwei Eizellen statt einer heranreifen, die dann wahrscheinlich auch beide befruchtet werden.

Wenn jahrelange Versuche, schwanger zu werden, erfolglos bleiben, entschließen sich viele Frauen zu einer künstlichen Befruchtung. Dabei muss man fast damit rechnen, Zwillinge oder sogar Drillinge zu bekommen, denn es werden immer mehrere Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet und in die Gebärmutter eingesetzt. Wenn alle diese Eizellen den langen, mühsamen Weg in die Gebärmutter schaffen, müssen sie sich dort den Platz teilen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, zweieiige Zwillinge zu bekommen, ist im Allgemeinen größer, wenn sie selbst Zwilling ist oder es in der Familie der Mutter schon irgendwann einmal Zwillinge gab. Übrigens: auch noch so eifrige Samenspender haben keinen erwiesenen Einfluss auf die Möglichkeit, Zwillinge zu zeugen, und es spielt auch keine Rolle, ob in der väterlichen Linie Zwillinge vorkommen. Bei eineiigen Zwillingen haben diese Faktoren überhaupt keine Bedeutung - sie sind ein reines "Zufallsprodukt".


Wunschtraum: Zwilling sein!

Als Kinder haben wir uns alle eine Zwillingsschwester- oder bruder gewünscht, um den Lehrer, Freunde und Bekannte an der Nase herumzuführen. Hanni und Nanni und das doppelte Lottchen zeigten uns, wie aufregend und spannend das Leben mit einem Doppelgänger sein kann.


Was ist das besondere an Zwillingen?

Zwischen Zwillingen gibt es oftmals ein "unsichtbares Band", welches unerklärbar ist. Oftmals spüren Zwillinge auch über große Entfernungen, ob es dem Bruder oder der Schwester gut geht, ob er oder sie glücklich ist. Auch gibt es Berichte über Zwillinge die bei der Geburt getrennt wurden und trotzdem unabhängig voneinander dasselbe Leben führen.

Bereits im Babyalter werden Zwillingen der beste Freund oder die beste Freundin wortwörtlich in die Wiege gelegt. Zwischen ihnen herrscht ein Urvertrauen. Zwillinge unternehmen vieles gemeinsam, verstehen sich auch ohne viele Worte und können mitunter sogar eine eigene Sprache entwickeln. Die tiefe Verbundenheit zwischen einem Doppelpack ist einmalig.


Gleiches Aussehen – gleicher Charakter?

Jeder Zwilling kennt es wahrscheinlich: macht einer eine Dummheit, waren es am Ende die Zwillinge. Wie selbstverständlich werden Zwillinge häufig "nur" als Doppelpack wahrgenommen. Wenn zwei Menschen gleich aussehen, heisst es noch lange nicht, dass auch ihre Charaktere gleich sind. Ihre Wesen können sehr unterschiedlich sein, sie können durchaus andere Wünsche, Träume, Interessen und Vorlieben haben. Sowohl Hanni und Nanni als auch das Doppelte Lottchen haben das Klischee bedient, dass Zwillinge immer gleich fühlen, denken, handeln. In Wirklichkeit stecken zwei Individuen in einem Doppelpack.


Zahlen und Fakten

Unter 1000 Geburten sind bei uns nur zwölf bis vierzehn Mal Zwillinge dabei. Weltweit ist im Schnitt jede 70. Geburt eine Zwillingsgeburt. Örtlich gibt es jedoch Unterschiede: in Nigeria ist es zum Beispiel jede 6. Geburt, in Japan nur jede 200. In Europa kann eine deutliche Häufigkeitsabnahme von Norden nach Süden nachgewiesen werden. Auffallend hoch ist der Anteil an zweieiigen Zwillingen in Finnland. In Deutschland leben eine Million Zwillingspaare.

Insgesamt sind von allen Zwillingen auf der Welt etwa zwei Drittel zweieiig und ein Drittel eineiig. Die steigende Zahl der zweieiig geborenen Zwillinge ist auf die wachsende Zahl der Hormonbehandlungen und künstlichen Befruchtungen bei Frauen zurückzuführen. In den letzten Jahren kam es zweimal vor, dass bei einer künstlichen Befruchtung das Sperma des Vaters vertauscht wurde und so die daraus resultierenden Zwillinge eine andere Hautfarbe hatten als die leiblichen Eltern.

In einigen Kulturen führt eine Zwillingsgeburt zu größtem Aufsehen da man der Meinung ist, dass ein Mann auch nur ein Kind zeugen kann. Kommt es dann zu einer Mehrlingsgeburt, glaubt man, ein Dämon oder der Teufel habe seine Finger im Spiel.

Die Zahl der zweieiigen Zwillinge hat zugenommen aufgrund von Hormonbehandlungen bei Kinderwunsch, nach denen oft mehrere Eizellen heranreifen. Außerdem bekommen Frauen, die schon Kinder haben und Frauen Ende 30 eher zweieiige Zwillinge: mit zunehmendem Alter steigt die Konzentration des Eisprungshormons (FSH), häufiger sind mehrere befruchtungsfähige Eizellen vorhanden.


Berühmte Zwillingspaare

  • Robin und Maurice Gibb , Mitglieder der Bee Gees
  • Jarosław und Lech Kaczyński, polnische Politiker
  • Die Kessler-Zwillinge, Alice und Ellen Kessler
  • Das doppelte Lottchen, Kinderbuch von Erich Kästner
  • Mary-Kate und Ashley Olsen, amerikanische Schauspielerinnen
  • Jakob und Esau, zweieige Zwillingssöhne des biblischen Patriarchenehepaars Isaak und Rebekka
  • Romulus und Remus , die von Wölfen großgezogenen Gründer Roms
  • Caroline und Georgina Evers-Swindell, neuseeländische Ruderinnen und Olympiasiegerinnen
  • Marissa Milton und Melissa Milton, Porno-Stars
  • Chang und Eng Bunker (1811 - 1874), die siamesischen Zwillinge, nach denen die Doppelfehlbildung benannt ist
  • Kin und Gin Kanie (1892 - 2000/2001), japanisches Zwillingspärchen, das sich aufgrund seines hohen Alters zu Medienlieblingen entwickelte
  • Luke Skywalker und Leia Organa, Figuren des Star Wars Universums
  • Benji und Joel Madden, amerikanische Zwillingsbrüder und Bandmitglieder der Rockgruppe Good Charlotte
  • Tom und Bill, Sänger und Gitarrist der Band "Tokio Hotel"

Versteckte Zwillinge

  • Hildegrad Knef (Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin) + Irmgard
  • Karen Elson (Top 5 der englischen Models) + Kate
  • Gracia Bauer (Sängerin, bekannt durch Castingsendung DSDS) + Patricia
  • Ashton Kutcher (Schauspieler, Model, Ehemann von Demi Moore) + Michael
  • Jörg Knör (Comedian) + Jens
  • Giselle Bündchen (brasilianisches Top Model) + Patricia